Generalistische Pflegeausbildung – Sie wird kommen, aber nur teilweise

23.06.2017

Die Bundesregierung verabschiedet Ausbildungsreform – Das Helmut-Turck-Zentrum informiert.
Das geplante Reformvorhaben aus dem Koalitionsvertrag der großen Koalition ist nun verabschiedet. Die Ausbildungen der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege werden ab 2020 zum ersten Mal zusammengelegt.

Hintergrund dieses Bestrebens ist neben dem Vorhaben den Pflegeberuf im Allgemeinen attraktiver zu gestalten, auch das europäische Bestreben, Bildungswege in Europa zu vereinheitlichen. Denn in vielen europäischen Ländern ist der Pflegeberuf bereits akademisiert worden. Deutschland ist hier nur im hinteren Feld anzutreffen. Insbesondere in Deutschland haben soziale Berufe ein traditionell eher geringes Ansehen und werden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen, insbesondere der in der freien Wirtschaft, zudem noch schlechter bezahlt. Das soll sich nun ändern.

Die Ausbildung zur Alten- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bleibt erhalten und wir in Form einer zweijährigen generalistischen Ausbildung und einem Jahr der separaten Ausbildung fortentwickelt. Allerdings bleibt vor allem für den Bereich der Altenpflege zu befürchten, dass sich zukünftige Auszubildende nach zwei Jahren Grundausbildung tendenziell auch aus diesem Grunde eher für die besser bezahlten Ausbildungsabschlüsse entscheiden. Und das sind weiter die Bereiche der Kranken- bzw. der Kinderkrankenpflege.

Besonderer Aufmerksamkeit wird zudem dem Umstand des aktuellen Ausbildungsniveaus gewidmet werden müssen. Die Gruppe derjenigen Auszubildenden, die derzeitig Probleme mit den aktuellen Lernanforderungen im Rahmen der Altenpflegeausbildung haben, ist in den vergangenen Jahren eher größer statt kleiner geworden. Denn sicher ist, dass die Anforderungen im Rahmen der zukünftigen Grundausbildung im Hinblick auf den Bereich der Altenpflege steigen werden. Dem europäischen Anspruch einer 3jährigen generalistischen Ausbildung ist die Bundesregierung nicht nachgekommen. Auch die Finanzierung der Ausbildung bleibt noch unklar. Lerninhalte und Einsatzorte der Schülerinnen und Schüler werden in einer Verordnung geregelt, die dem Bundestag bis zur Sommerpause 2018 vorliegen soll. Ohne die Verordnung kann das Gesetz nicht in Kraft treten.

Positiv ist in jedem Fall hervorzuheben, dass flächendeckend kein Schulgeld mehr zu zahlen ist. Dagegen stellt sich aber die Finanzierungsfrage der höheren Ausbildungskosten und vor allem, wer diese tragen wird. Nach sechs Jahren sollen die Erfahrungen mit der Reform ausgewertet werden und der Bundestag neu entscheiden können, ob es bei der Zwei-Plus-Eins-Regelung bleibt oder doch die Generalistik kommt.

Wer zu diesem Thema Fragen hat, kann sich an das Helmut-Turck-Zentrum unter der Telefonnummer 02331/368-50 wenden. Ansprechpartner ist u. a. die Einrichtungsleitung Ulrich Goldmann.

Weitere Nachrichten

Meldung vom 24.01.2025
Zu einem intensiven sozialpolitischen Dialog kamen Bundestagskandidat*innen des Wahlkreises Hagen/Ennepe-Ruhr und Vertreter*innen der Hagener Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt zusammen. weiterlesen
Meldung vom 16.01.2025
Knapp zwei Wochen vor den Bundestagswahlen lädt der AWO-Bundesverband Mitglieder, Mitarbeitende und Ehrenamtliche der AWO zu einer Info-Veranstaltung zu den Wahlprogrammen der demokratischen Parteien ein. Im Mittelpunkt steht, was in den Programmen für soziale Themen – von der Pflege über Steuergerechtigkeit bis zur KiTa – drinsteckt, u. a.weiterlesen
Meldung vom 16.01.2025
Am 23. Januar, 12 – 17 Uhr, zeigt die AWO in der Volme-Galerie zusammen mit vielen anderen Akteuren, Vereinen und Initiativen, wie bunt und vielfältig das Ehrenamt in Hagen ist. Zum Aktionstag der Freiwilligenzentrale haben sich über 25 Hagener Vereine, Verbände und Initiativen angemeldet. Gemeinsam präsentieren sie ihre Angebote und laden Interessierte ein, gute Vorsätze für 2025 umzusetzen und ein ein passendes Ehrenamt auszusuchen. weiterlesen
Meldung vom 15.01.2025
4x4 - ein kulturelles Liebes-Mahl Das Kultur-Quartett BSDS trifft am Valentinstag auf Vier-Gang-Menü im AWO-Kulturhof: Ein Abend (nicht nur) für Verliebte. Erst seit wenigen Wochen tritt das junge Quartett BSDS in der heimischen Region auf - und hat sich bereits in die Herzen der Zuschauer:innen gespielt. Stella Vozdanszki an der Querflöte und Damian Copp an der Gitarre geben das musikalische Grundgerüst, auf dem Britta Diedrich und Sven Söhnchen lesend mit ihren Stimmen aufbauen. Ein Programm voller Liebe und Sehnsucht - so passend für den Valentinstag.weiterlesen
Meldung vom 14.01.2025
BAGSO startet altenpolitische Bestandsaufnahme Mit einer Umfrage möchte die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen herausfinden, wie die Menschen auf das Älterwerden in Deutschland schauen. Was sind die größten Herausforderungen für ältere Menschen heute und in den nächsten 20 Jahren? Welche Themen werden als besonders wichtig angesehen? Wo besteht Handlungsbedarf für die Politik? Menschen jeden Alters sind eingeladen teilzunehmen. Die Umfrage richtet sich an Privatpersonen und an Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen.weiterlesen
Meldung vom 03.01.2025
Donnerstag, 23.01.2025 um 14 Uhr Kostenbeitrag: 5€ für Bingo + 1 Getränk Anmeldungen unter 02371/29251 oder 0173 5626 766 und in der Begegnungsstätte (Nußstraße 1-3, 58636 Iserlohn) weiterlesen